spoiler: es ist kein traum-lifestyle
freelance klingt nach freiheit. morgens ausschlafen, am strand arbeiten, nur projekte die spaß machen. die realität? komplizierter.
freelance ist business. kein hobby. du bist designer, sales, buchhaltung und support in einer person. bereit dafür?
vor dem start: basics klären
gewerbe anmelden. steuernummer holen. versicherungen checken. klingt langweilig, ist aber pflicht. ein guter steuerberater spart dir später kopfschmerzen.
finanzielles polster aufbauen. mindestens 3-6 monate ausgaben als reserve. kunden zahlen oft spät, projekte fallen weg – du brauchst puffer.
was gut ist
- flexible arbeitszeiten
- projektauswahl (später)
- höherer stundensatz möglich
- vielfältige aufgaben
was hart ist
- kein festes gehalt
- selbst akquise betreiben
- kein urlaub = kein geld
- allein verantwortlich
preise festlegen ohne panik
berechne deine kosten: miete, versicherung, software, steuern. addiere gewünschtes gehalt. teile durch arbeitsbare stunden (nicht 40/woche – realistisch eher 25).
dann mindestens 30% buffer drauf. das ist dein mindeststundensatz. darunter arbeitest du für nichts.
simple formel
(kosten + gehalt) / arbeitsstunden × 1.3 = stundensatz
anfänger 40-60€, erfahrene 80-150€, experten 150€+
kunden finden
start mit netzwerk. alte kollegen, bekannte, linkedin. direkter kontakt > plattformen wie fiverr (zu anfang ok, langfristig zu wenig).
baue reputation auf. jeder zufriedene kunde bringt 2-3 neue durch empfehlungen. qualität schlägt quantität.
erste projekte unter wert? geht klar für portfolio-aufbau. aber maximal 3-5 projekte, dann normal kalkulieren.
verträge sind pflicht
nie ohne vertrag arbeiten. scope, deadline, preis, zahlungsbedingungen – alles schriftlich. templates online finden, von anwalt prüfen lassen.
anzahlung verlangen. 30-50% vor projektstart. schützt dich vor zahlungsausfällen.
typische anfängerfehler
zu billig arbeiten aus angst keine kunden zu finden
scope creep akzeptieren ("nur noch eine kleine änderung")
keine klaren kommunikationsregeln setzen
nicht nein sagen können bei schlechten projekten
zeitmanagement ist alles
freiheit bedeutet nicht "wann ich will". strukturiere deinen tag. feste arbeitszeiten helfen. tracking tools nutzen um zu sehen wo zeit hingeht.
plane puffer ein. projekte dauern länger als gedacht. meetings fressen zeit. admin-kram auch.
ehrlich gemeinter rat
freelance ist kein easy mode. du tauschst chef gegen viele chefs, festes gehalt gegen unsicherheit, kollegen gegen einsamkeit.
aber wenn du selbstdisziplin hast, gut kommunizieren kannst und mit unsicherheit umgehen kannst – dann kann es das beste sein was du machst.
start nebenberuflich wenn möglich. teste ob es passt bevor du kündigst.